Noch geht’s uns ja recht gut, oder nicht? Zumindest die Supermärkte haben noch geöffnet, wir müssen also weder Nudeln noch Klopapier horten. Außerdem liegen erst wenige Tage hinter uns, in denen wir Familie und Beruf unter einen Hut bringen mussten, oder uns ganz ohne Kinder im Homeoffice vergnügen durften. Klingt, als hätten wir einfach nur unseren Urlaub vorgezogen. Warum es gerade jetzt umso wichtiger ist, einen klaren Tagesablauf zu haben und wie dieser aussehen kann, erzähle ich euch in einer neuen Folge „Covid allein zu Haus“. Außerdem verrate ich euch, wie ihr es schafft, dass es weniger verwerflich erscheint, eure Kinder vor dem Fernseher zu parken.

Auch wir haben die längste Zeit auf Spielplätzen hinter uns. Das bedeutet, dass mein Mann im Homeoffice keine Ruhe mehr hat, sondern zwei Kinder und eine Frau. Das bedeutet aber auch, dass besagte Kinder langsam aber sicher Langeweile bekommen. Lasst uns da mal drüber reden.

Reinhören: Covid allein zu Haus | Folge 2

Alltag für alle

Inspiration für den Tagesablauf während der Corona-Ferien

Stephanie Poggemöller von Work & Family ist Beraterin für Unternehmen und berufstätige Eltern hat für ihren Blog einen spannenden Artikel geschrieben, wie man Beruf und Kinder während der Corona-Ferien vereinbaren kann. Neben einigen Tipps für Lern-Apps ermöglicht Stephanie uns einen Einblick in ihren neuen Allag. Ihr Mann und sie, beide berufstätig, haben eine recht gute Lösung dafür gefunden, die Corona-Ferien zu organisieren. Schaut mal vorbei! Denn auch wenn sich dieses Szenario sicherlich nicht von allen Eltern anwenden lassen wird, so dient es meiner Meinung nach doch als Inspiration.

Wie viel sollten wir schlafen und wann?

Darüber hat „Zeit Online“ mit dem Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums gesprochen, Ingo Fietze. Fietze ist Professor an der Berliner Charité und bestätigt, was viele bereits vermutet haben: Am besten ist es, wenn wir zwischen 22 und 24 Uhr schlafen gehen. In diesem Zeitraum sinkt die Körpertemperatur, die Konzentration der Schlafhormone steigt hingegen an. Das sind optimale Bedingungen zum Einschlafen.

Gehen wir bereits um 22 Uhr schlafen, bringt das einen weiteren Vorteil mit sich: Wir können am nächsten Morgen ausgeschlafen früh aufstehen und diese neu gewonnenen Morgenstunden nutzen. Sei es für ein paar ruhige Minuten Home Office, bevor die Kinder wach werden oder für eine kleine Sporteinheit als Start in den Tag. Wie ich darauf komme, dass irgendwer schon in der Früh ausgeschlafen sein könnte? Weil Herr Prof. Fietze sagt, dass uns sieben Stunden Schlaf pro Nacht absolut ausreichen, um fit und gesund durch den Tag zu kommen.

Aber die Kinder

Wenn schon fernsehen, dann „Ritter Rost“

Mein Jüngster ist ja erst ein Jahr alt, der freut sich, wenn ich ihn ein paar Stunden mit dem Kinderwagen durch die Gegend schiebe. Bei Krawalla, 4 Jahre alt, sieht das gleich ganz anders aus. Madame ist es vom Kindergarten her gewohnt, dass täglich neues Programm aufgefahren wird, das ausschließlich ihrer Unterhaltung dient. Dass Papa im Home Office wirklich arbeiten muss und auch Mama nicht von 7:30 Uhr bis 20:30 Uhr durchgehend Brettspiele spielen möchte, ist ihr eigentlich egal.

Zugegeben, obwohl wir natürlich gern die Sorte Eltern wären, die ihre Kinder niemals fernsehen lassen, sind wir in diesen Wochen verleitet, zumindest die Große einfach platt vor die Glotze zu setzen. Machen wir aber nicht. Zumindest nicht ganz platt. Vielmehr darf sich Krawalla auf dem Tablet eine Serie aussuchen, die unseren zwei wichtigsten Kriterien gerecht wird: 1. Eine Kinderserie muss einen gewissen pädagogischen Nutzen haben und/oder 2. der Mama Spaß machen. Ja, ich weiß schon, was kritische Eltern nun denken oder sogar laut aussprechen möchten. Aber: Man muss ja auch mal eine Ecke weiterdenken. Bei Krawalla ist seit den Corona-Ferien „Ritter Rost“ ganz hoch im Kurs. Warum? Weil ich das so möchte. Zum einen kann die zwei Folgen dieser recht kurzen und angenehm animierten Serie auf dem Tablet anschauen. Zum anderen sind mit der Ritter-Rost-Hysterie viele andere schöne Möglichkeiten verbunden, Madame zu bespaßen.

Wir haben uns am letztmöglichen Tag noch einige Ritter-Rost-Bücher in der Bücherei ausgeliehen. So können wir viele und lange (oh ja, sehr lange) Geschichten gemeinsam lesen, aber dank der in den Büchern mit inbegriffenen Hörspiel-CDs auch Hörspiele hören. Diese Hörspiele gibt’s natürlich auch zum Streamen und zum Download in den bekannten Diensten und das, liebe Eltern, macht das Leben wirklich besser: Wenn das Kind sich in eine ganze Hörspielreihe verliebt hat und deshalb auch einfach mal zwei Stunden im Kinderzimmer verschwindet und in aller Ruhe spielt, während es den neuesten Abenteuern lauschen darf. Wer Ritter Rost noch nicht kennt, dem seien die Geschichten von Jörg Hilbert und Felix Janosa absolut ans Herz gelegt. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Kindergeschichten sind diese hier bewusst auch für die Eltern geschrieben. Humor auf mehreren Ebenen ist genau das, was zumindest unsere Familie in diesen Tagen braucht.

Arbeit nervt

Wer gerade überhaupt noch arbeiten kann und darf, der sitzt in vielen Fällen aktuell im Homeoffice. So gern manche Menschen vielleicht von zu Hause aus arbeiten: Die Arbeit in den eigenen vier Wänden birgt einige Risiken. Neben den offensichtlichen Schwierigkeiten wie einem nicht korrekt auf den Körper abgestimmten Arbeitsplatz und eine möglicherweise fragile Infrastruktur, kann uns Homeoffice auch anderweitig zusetzen.

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Krankenkassen von 2019 belegt, dass uns Homeoffice psychische Probleme bereiten kann. Neben Konzentrationsschwierigleiten kann es auch zu Schlafproblemen und letztlich Erschöpfung kommen. Ein Grund dafür, dass es uns im Homeoffice nur bedingt gut geht, ist der Mangel an Ritualen. Umso wichtiger ist es in Zeiten wie diesen, feste Rituale in unseren Alltag zu integrieren und so zu gewährleisten, dass wir in zwei Wochen nicht am Ende unserer Nerven angelangt sind. Die wichtigsten Tipps von Hartmut Schulze, Professor für Arbeitspsychologie an der Fachhochschule Nordwestschweiz:

  • Erst duschen und ankleiden, dann Mails beantworten
  • Nicht aufs Frühstück verzichten
  • Wer sich fürs Büro fertigmacht in der Früh, verhält sich auch eher so, als wäre er wirklich im Büro
  • Dinge vom Arbeitsplatz entfernen, die als Ablenkung dienen
  • Wem es hilft: Feste Arbeitszeiten im Homeoffice definieren

Wie erlebt ihr eure Corona-Ferien? Welche Tricks habt ihr für euren Alltag bereits entdeckt und was macht euer Leben derzeit leichter? Teilt eure Ideen und Erfahrungen gern mit mir hier in den Kommentaren, auf meiner Facebook-Seite oder auch sehr gern bei Instagram! Ich freu mich auf einen regen Austausch mit euch!